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Unendlich

Es gibt Dinge, die dich völlig aus der Bahn werfen. Man fühlt sich komplett sicher auf den Beinen, das Gefühl von Stärke scheint präsent wie noch nie. Und im nächsten Moment ist alles zerstört, man realisiert vielleicht zum ersten Mal, dass nichts unendlich ist.
Und trotzdem kommt man immer wieder darüber hinweg und fängt wieder neu an. Nicht von Null, aber niedrig genug, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Eine Freundin erzählte neulich bei Kaffee und Kuchen von ihrer verflossenen Liebschaft. Am Boden zerstört schwörte sie, sich nie wieder zu verlieben. Ich hätte sie einen Vertrag aufsetzen lassen sollen, denn eines kann ich mit Sicherheit sagen: das Verlangen des Menschen nach Liebe, nach Geborgenheit, Anerkennung und Zuneigung, nach der Gewissheit, für jemanden leben zu können, dieses Verlangen kann auch kein gebrochenes Herz stören. Auch ein Herz, dass mit Füßen getreten wurde, will und wird weiterleben.
Aber wem erzähle ich dass? Die Dickköpfigkeit vieler Menschen dominiert doch über ihre Vernunft.

Der Schreiber

16.12.07 11:25, kommentieren

Der Ewige Trott

Als der Himmel vor einigen Tagen noch keine graue Decke darstellte, wagte ich einen Spaziergang. Diese ebenso sinnfreie, wie entspannende und wohltuende Weltenwanderung kostete mich drei Stunden meiner Lebenszeit.
Zeit ist Geld?
Darauf pfeife ich erstmal gepflegt.
Ich finde nichts verwerfliches daran, nicht ständig zu eilen, hetzen, rennen. Stillstand bedeutet zwar Tod, doch ich platziere meinen, von weltlichem Reichtum verwöhnten Hintern trotzdem gerne mal im Dreck, auf einer Stelle. Ich setze mich für einige Augenblicke hin und lasse die Zeit verstreichen, lasse euch vorbeirennen. Ich sehe, wie ihr dabei stolpert und woran ihr versagt. Mit diesem Wissen richte ich mich wieder auf und überhole euch in einem Tempo, das einem lagsamen Trott gleicht.
Und nun frage ich noch einmal: Was könnte denn so verwerflich sein an einer kurzen Pause, dass ums Verrecken penibel darauf geachtet wird, immer in Bewegung zu bleiben?
Bitteschön.

Außerdem kam mir bei diesem Spaziergang die Idee, auf Entdeckungstour in den Schallplattenregalen zu gehen. Immerhin sind die Massen an Weihnachtskosumenten momentan Zuhause und bereiten sich auf die Schlacht der
Silvestereinkäufe vor. Zum Glück nicht in der Musikabteilung.

Der Schreiber

1 Kommentar 30.12.07 13:32, kommentieren

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