Noch eine Zigarette

Noch eine Zigarette, dann bin ich weg.
Ich zünde sie an, inhaliere und lasse den Qualm wieder langsam frei.
Seltsame Tage regen zum Denken an. Es sind die Tage, die man im Kopf verbringen möchte. Isoliert und abgeschlossen und davor geschützt, soziale Kontakte pflegen zu müssen.
Ein weiterer Zug.
Leben erscheint mir doch recht überbewertet. Es sollte regnen.
Vielleicht ja morgen, damit ich wieder aufgeben kann.
Ich spüre das Nikotin in meinem Körper. Es beruhigt, es zerstört. Noch ein paar Züge.
Der Kampf ist noch lange nicht gewonnen. Meine Finger bilden Worte auf der Tastatur, mit jedem Wort wird mein Kopf leerer. Es ist wie die Unordnung auf dem Tisch. Ich lade sie aus meinem Kopf auf den Tisch, lasse das Chaos endlich aus mir heraus. Dennoch bleibt es präsent.
Ein Zug, der letzte.
Die wirren Worte ergeben keinen Sinn, weder hier, noch in mir.
Der Aschenbecher qualmt, die Zigarette ist beinahe aus, sie erlischt allmählich. Noch einmal in den Spiegel gucken, ob das Lächeln stimmt und die Haare liegen. Ich werde nun meine Jacke anziehen, meine Schuhe zubinden, die Tür hinter mir zuziehen und die wenigen Stunden des Tages, die mir noch bleiben, vertrödeln.

Der Schreiber

1 Kommentar 15.10.08 17:05, kommentieren

Der Ewige Trott

Als der Himmel vor einigen Tagen noch keine graue Decke darstellte, wagte ich einen Spaziergang. Diese ebenso sinnfreie, wie entspannende und wohltuende Weltenwanderung kostete mich drei Stunden meiner Lebenszeit.
Zeit ist Geld?
Darauf pfeife ich erstmal gepflegt.
Ich finde nichts verwerfliches daran, nicht ständig zu eilen, hetzen, rennen. Stillstand bedeutet zwar Tod, doch ich platziere meinen, von weltlichem Reichtum verwöhnten Hintern trotzdem gerne mal im Dreck, auf einer Stelle. Ich setze mich für einige Augenblicke hin und lasse die Zeit verstreichen, lasse euch vorbeirennen. Ich sehe, wie ihr dabei stolpert und woran ihr versagt. Mit diesem Wissen richte ich mich wieder auf und überhole euch in einem Tempo, das einem lagsamen Trott gleicht.
Und nun frage ich noch einmal: Was könnte denn so verwerflich sein an einer kurzen Pause, dass ums Verrecken penibel darauf geachtet wird, immer in Bewegung zu bleiben?
Bitteschön.

Außerdem kam mir bei diesem Spaziergang die Idee, auf Entdeckungstour in den Schallplattenregalen zu gehen. Immerhin sind die Massen an Weihnachtskosumenten momentan Zuhause und bereiten sich auf die Schlacht der
Silvestereinkäufe vor. Zum Glück nicht in der Musikabteilung.

Der Schreiber

1 Kommentar 30.12.07 13:32, kommentieren

Unendlich

Es gibt Dinge, die dich völlig aus der Bahn werfen. Man fühlt sich komplett sicher auf den Beinen, das Gefühl von Stärke scheint präsent wie noch nie. Und im nächsten Moment ist alles zerstört, man realisiert vielleicht zum ersten Mal, dass nichts unendlich ist.
Und trotzdem kommt man immer wieder darüber hinweg und fängt wieder neu an. Nicht von Null, aber niedrig genug, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Eine Freundin erzählte neulich bei Kaffee und Kuchen von ihrer verflossenen Liebschaft. Am Boden zerstört schwörte sie, sich nie wieder zu verlieben. Ich hätte sie einen Vertrag aufsetzen lassen sollen, denn eines kann ich mit Sicherheit sagen: das Verlangen des Menschen nach Liebe, nach Geborgenheit, Anerkennung und Zuneigung, nach der Gewissheit, für jemanden leben zu können, dieses Verlangen kann auch kein gebrochenes Herz stören. Auch ein Herz, dass mit Füßen getreten wurde, will und wird weiterleben.
Aber wem erzähle ich dass? Die Dickköpfigkeit vieler Menschen dominiert doch über ihre Vernunft.

Der Schreiber

16.12.07 11:25, kommentieren

Momentaufnahmen

Es ist dieser eine Augenblick, den man teilt. Ein kurzer Augenkontakt und nie wieder, es ist wie bei einem stummen Abkommen. Möglicher Körperkontakt sollte vermieden werden, es muss wie eine gut geölte Maschine funktionieren.
Aber was, wenn man plötzlich einen Fehler in der Matrix entdeckt? Wenn man seinen Blick hebt und etwas beunruhigendes beobachtet? Einen Obdachlosen, der aphatisch über einer Parkbank hängt. Was man also in den nächsten Sekunden beschließt, entscheidet vielleicht über ein Leben. Oder auch vielleicht nicht. Entweder man stellt sich also zu dem unbekannten Mitmenschen und geht auf Nummer sicher. Oder man schließt die Augen, "Es ist bestimmt nichts. Bestimmt.". Entweder man rettet ihm das Leben. Möglicherweise. Oder man sieht in in der Zeitung wieder. Möglicherweise.
Winner oder loser?

Der Schreiber

13.11.07 22:08, kommentieren

Dum spiro spero.

Solange ich atme, hoffe ich.
Meiner Meinung nach ist das die einfachste aber auch am meisten zutreffende Lebensweisheit der Menschen. Wie für einen Menschen geschaffen, auf den Punkt genau. Passt wie Arsch auf Eimer. Ende der Geschichte und der Fahnenstange. Klappe zu, Affe tot.
Also atme ich weiter, hoffe ich weiter.

Der Schreiber

5.11.07 16:08, kommentieren

Der Anfang.

Es ist so einfach, so aufgeräumt, so steril.
Es gefällt mir.
Nach unzähligen Anläufen geht es grundsätzlich um die Qualität, nicht die Quantität.

Der Schreiber

4.11.07 01:39, kommentieren

Werbung